Geleitwort von Dr. Detlef Kröger, 2006
“Wer Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden; wer sie nur liebt, ist erst ein halber Mensch; wer sie aber treibt, ist ein ganzer Mensch.” (Goethe)
Musik ist eine Fertigkeit, die unsere Seele berührt. Eine Fertigkeit hat mit Übung zu tun. Wir lernen die Sprache der Musik, die Noten, ferner die Bedienung der Instrumente. Dazu bedarf es Ausdauer und Fleiß. Zuweilen hören wir es nicht gerne, doch dies sind die Grundlagen erfolgreichen Handelns in unserer Gesellschaft. Und, wo wäre dies schöner zu lernen als in der Musik. Wo gibt es eine schönere Bestätigung für Erfolg, als in gelungenem Musizieren. Kennen Sie die anfängliche Verzweifelung und dann das Gefühl zunehmenden Gelingens. Ob Alt oder Jung: aus Schwierigkeiten am Anfang wird Leichtigkeit, ja Kunstfertigkeit. Dies ist eine Übung für das Leben. Glauben Sie mir, wem es gelingt, ein Instrument zu lernen, der wird auch andere Aufgaben des Lebens meistern können.
Aber die Musik ist nicht nur eine Fertigkeit, sondern die Töne und Schwingungen berühren unmittelbar unsere Seele. So direkt, wie bei sonst keiner Sprache, außer vielleicht der der Liebe, vermag uns die Musik Empfindungen, Gefühle, Harmonie und lautmalerische Welten zu vermitteln. Sie regt unsere Phantasie und Kreativität an. Musik, das sind Streicheleinheiten für unsere Seele. Wir können – selbst spielend – unsere Gefühle zum Ausdruck bringen – ohne Worte. Die positiven Auswirkungen auf unsere menschliche Entwicklung liegen auf der Hand.
Ein Lehrer an der Universität hat mich seinerzeit mit den Worten beeindruckt: “Kugelstoßen lernt man nicht durch Lesen von Büchern über dieses Thema, sondern dadurch, dass man es tut.” Lernen Sie die Musik kennen durch eigenes Musizieren. Spüren Sie die Töne und Schwingungen und ihr Wirken aus eigener Erfahrung – haben Sie Lust bekommen, es auszuprobieren?
Dr. Detlef Kröger, Wullenstetten